Studie

Immer mehr essen auswärts

Das Ernährungsverhalten der Verbraucher ändert sich, feste Gewohnheiten lösen sich auf. Das hat Gründe.

Chance für Cafés: Der Außer-Haus-Verzehr nimmt immer mehr zu.Chance für Cafés: Der Außer-Haus-Verzehr nimmt immer mehr zu.

Frankfurt (koca). Die Gemeinschaft stiftende Rolle des Essens droht immer mehr verloren zu gehen. So lautet das Fazit der Nestlé-Studie „So is(s)t Deutschland 2019“, die gemeinsam mit dem Institut für Demoskopie Allensbach in Frankfurt am Main vorgestellt wurde. Befragt wurden hierfür 1636 Bundesbürger zwischen 14 und 84 Jahren, deren Aussagen mit den Ergebnissen der ersten Nestlé-Studie aus dem Jahr 2009 verglichen wurden.

„Die Ernährungskultur wird immer heterogener. Ernährung wird immer mehr an die individuellen Bedürfnisse und Lebenssituationen angepasst. Dadurch lösen sich feste Gewohnheiten auf, und die Ansprüche an die eigene Ernährung wie der Ernährungsalltag unterscheiden sich immer mehr“, erklärt Renate Köcher, Geschäftsführerin des Instituts für Demoskopie Allensbach. Als Ursachen nannte Köcher den zunehmenden Zeitmangel durch die steigende Erwerbsquote, die Entstrukturierung der Tagesabläufe wie auch die generell zunehmende Spontanität und Individualisierung der Gesellschaft.

Immer mehr Menschen essen auswärts. Ein Grund ist die stetig ansteigende Erwerbsquote der Frauen und mit ihr ein neues Rollenverständnis. Zwei von drei Frauen mit Kindern versuchen gerade unter der Woche möglichst wenig Zeit für das Kochen aufzuwenden, 18 Prozent mehr als noch 2008 (47 Prozent). Stattdessen wird zunehmend im Restaurant gegessen. Zum einen, weil es „weniger Aufwand bedeutet“ und sie es „genießen, sich um nichts kümmern zu müssen“. Das sagen 50 Prozent der Befragten, jedoch 59 Prozent der Frauen.


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