Coffee to go

Probleme bei Mehrweg-Bechern

Die Nutzung von Mehrweg-Geschirr aus Bambus kann Gefahrenpotenziale bergen – und wirft weitere Fragen auf.

Coffee to go: Die Branche hat die Becher-Frage noch nicht optimal gelöst. Coffee to go: Die Branche hat die Becher-Frage noch nicht optimal gelöst.

Saarbrücken (koca). Das saarländische Verbraucherschutzministerium warnt vor der Nutzung von Bambus-Geschirr. In einer Untersuchung des Landesamtes für Verbraucherschutz seien 14 von 15 untersuchten Produkten beanstandet worden und hätten so nie verkauft werden dürfen, berichtet der Saarländische Rundfunk (SR).

Mehrweg-Becher und -Teller aus Bambus stehen im Ruf, eine umweltfreundliche Alternative zu Plastik zu sein. Doch tatsächlich sei das ein Trugschluss, denn neben Bambus seien in den Produkten auch Kunststoffe wie Melamin- oder Formaldehydharze enthalten.

Besonders Formaldehyd sei problematisch: Unter bestimmten Bedingungen wie Hitze oder Einwirkung von Säure könne es an das Lebensmittel abgegeben werden. In der aktuellen Untersuchung des Landesamtes für Verbraucherschutz (LAV) sei Formaldehyd in einem Coffee-to-go-Becher aus Bambus gefunden worden. Dabei sei die gesetzliche Höchstmenge sogar um das Zehnfache überschritten worden. Formaldehyd gilt als wahrscheinlich krebserregend.

Doch Formaldehyd sei nicht das einzige Problem, auf das die Verbraucherschützer im Bambus-Geschirr gestoßen sind. Bei 14 der 15 untersuchten Produkte sei die Zusammensetzung beanstandet worden. Die Becher bestünden vor allem aus dem Kunststoff Melaminharz, der lediglich Bambusfasern und Maismehl als Füllstoffe enthalte. Bei zehn untersuchten Produkten sei der Kunststoffanteil sogar so hoch, dass das Verbraucherschutzministerium die Produktbezeichnung "Bambusgeschirr" als "irreführend" einstufe und von "Verbrauchertäuschung" spreche.


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